E-Mails, Verträge und soziale Medien: Fast jeder von uns besitzt heute zahlreiche Online-Konten. Doch was passiert mit diesen Daten später? Für Ihre Angehörigen ist es eine große Erleichterung, wenn Sie Ihren digitalen Nachlass frühzeitig regeln. Dieser Überblick unterstützt Sie dabei, Ihre Zugänge strukturiert zu erfassen und festzulegen, wer diese in Ihrem Sinne verwalten darf.
Wer darf später etwas entscheiden oder einsehen?
Das bestimmen Sie selbst – am besten mit einer Vorsorgevollmacht (Bevollmächtigte/Bevollmächtigter) und einem klaren Hinweis darauf, wo Ihre Zugänge hinterlegt sind. So stellen Sie sicher, dass Ihre Vertrauenspersonen im Ernstfall handlungsfähig sind.
Wie fange ich in kleinen Schritten an?
- Liste schreiben: Notieren Sie Ihre wichtigsten Konten (E-Mail, Cloud, Handy-Vertrag, Strom, Krankenkasse-App …)
- Zugänge hinterlegen: Schreiben Sie keine Passwörter direkt in die Liste. Vermerken Sie stattdessen, wo diese sicher liegen – zum Beispiel in einem Passwortmanager oder einer verschlossenen Notfallmappe
- Vertrauensperson einweihen: Hinterlegen Sie Name und Telefonnummer in Ihrer Kontaktliste. Besprechen Sie kurz, wo Ihre Notfallmappe im Ernstfall zu finden ist
Wo bewahre ich das auf?
- Am besten an einem Ort, der für Angehörige zugänglich ist:
- Zuhause in einem gut beschrifteten Notfallordner
- In einem Safe oder Bankschließfach (entsprechende Zugriffsberechtigung sicherstellen)
Kann ich bei großen Anbietern etwas vorbereiten?
Ja, viele Plattformen bieten heute integrierte Lösungen an:
Android/Google: Der „Inaktivitätsmanager“ legt fest, wer nach einer Zeit der Inaktivität Zugriff erhält oder das Konto löschen darf
Apple/Facebook: ber die Funktion „Nachlasskontakt“ können Sie eine Person bestimmen, die im Sterbefall Zugriff auf bestimmte Daten erhält
Entsprechende Vordrucke für eine Übersicht finden Sie hier:
- Die Verbraucherzentrale: Musterbrief
- Betanet.de: vordruck-digitaler-nachlass.pdf