Auswahl eines qualifizierten Pflegedienstes
Die Auswahl eines Pflegedienstes ist schwierig. Wir versuchen Ihnen einige Anhaltspunkte zu geben mit denen Sie ihre Auswahl leichter treffen können
Welche Grundvoraussetzungen sollte ein Pflegedienst erfüllen?
Bitten Sie um Nachweise für:
- Verträge/Zulassung des Dienstes: häusliche Krankenpflege (SGB V, § 132a) und - bei Pflegeleistungen - für die Pflegeversicherung (SGB XI, § 72)
- Verantwortlich, examinierte Pflegefachkraft im Unternehmen: zur Sicherung von Standards und als Pflegedienstleitung
- Aktuelle Qualitätsprüfung: nachvollziehbare Qualitätsberichte des Medizinischen Dienstes sowie ein gut erreichbares Qualitätsmanagement (Hygiene, Medikamentenmanagement, Notfall-/Vertretungsregelungen etc.)
Welche Fragen stelle ich im Erstgespräch?
Leistungen & Umfang
- Welche Leistungen werden abgedeckt: Grund-/Behandlungspflege, Hauswirtschaft, Beratung?
- Welche Kosten/Eigenleistungen müssen getragen werden?
- Was ist ausdrücklich nicht enthalten: z. B. große Reinigung, Garten, Fahrdienste?
- Wie läuft Behandlungspflege: Wer organisiert Verordnungen und Genehmigungen der Krankenkasse? Gibt es Zuzahlungen? Wer kommuniziert mit dem Hausarzt?
- Anleitung von Angehörigen: Bieten Sie Einweisungen oder Angehörigenkurse zur Pflege an(z.B. Insulin, Kompressionstrümpfe etc.)?
Zeiten & Team
- Zeitfenster: Wann kommen Sie - und mit welcher Toleranz (+/- Minuten)?
- Bezugspflege: Wer ist wie lange im Team? Gibt es feste Bezugspersonen/Ansprechpartner?
- Vertretung: Was passiert bei Krankheit/Urlaub/Ausfall – wie schnell springt wer ein?
- Einsatzdauer: Wie lang dauert ein Besuch? Gibt es Puffer bei Mehrbedarf?
- Start & Übergang: Wie kurzfristig können Sie beginnen? Kann es auch Übergangslösungen geben?
Qualität, Qualifikation & Sicherheit
- Spezialisierungen: z. B. Demenz, Wundmanagement, Palliativ, Insulin/PEG?
- Pflegeplanung: Gibt es einen individuellen Pflegeplan, Evaluationsrhythmus, regelmäßige Pflegevisiten?
- Kommunikation & Erreichbarkeit: Wie sind die telefonischen Erreichbarkeiten? (auch abends/wochenends) Wie wird die Vertretung bei Ausfällen organisiert und kommuniziert? Wie erfolgt die Kommunikation im Notfall? Wer ist für evtl. Beschwerden zuständig?
- Standards: Hygiene, Sturz-/Schmerz-/Wundmanagement, Medikamentengabe (Vier-Augen-Prinzip)?
- Notfälle: Erreichbarkeit abends/wochenends, klare Notfall-/Rückfallebene?
Kommunikation & Dokumentation
- Dokumentation: Digital oder in Papier? Gibt es Einblick für Angehörige/Vorsorgebevollmächtigte?
- Feste Ansprechperson: Wer ist meine namentlich benannte Kontaktperson?
- Erreichbarkeit: Telefon/Notfallnummer, Rückrufzeiten, E-Mail?
Vertrag, Preise & Abrechnung
- Unterlagen: Pflegevertrag, Leistungs- & Preisverzeichnis, Kostenvoranschlag vorab?
- Abrechnung: Was läuft über SGB XI (Sachleistung/Kombi/Pflegegeld), was über SGB V (häusliche Krankenpflege)?
- Zusatzkosten: Wegepauschalen, Wochenend-/Feiertagszuschläge – transparent ausgewiesen?
- Kündigungsfristen/Probephase: Schlüsselübergabe & Haftpflicht schriftlich geregelt?
- Datenschutz: Wer hat Zugriff auf meine Daten/Doku?
Zusammenarbeit & Koordination
- Schnittstellen: Abstimmung mit Hausarzt, Apotheke, Hilfsmittel-/Sanitätshaus?
Was sollte mir der Dienst schriftlich geben?
- Pflegevertrag, Leistungs- & Preisverzeichnis, Abrechnungsmodus (mit Kassen/privat)
- Beschwerdeweg, Datenschutz, Schlüsselübergabe, Notfallregelungen
Wer hilft bei der Auswahl?
- Pflegestützpunkte, Pflegekassen (mit Liste zugelassener Dienste), Qualitätsberichte des Medizinischen Dienstes (öffentlich)