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Hilfe sichern, bevor der Pflegegrad feststeht

Soforthilfe

Ein plötzlicher Sturz oder eine schwere Krankheit verändern alles – und das sofort. Doch bis der offizielle Pflegegrad-Bescheid eintrifft, vergehen oft Wochen. Erfahren Sie, welche Leistungen Sie schon jetzt beantragen können und wie Sie die Zeit bis zur Begutachtung sicher überbrücken.

Soforthilfe über die Krankenkasse (unabhängig vom Pflegegrad)

Wenn Sie nur vorübergehend Unterstützung brauchen (z. B. nach einer Operation, Unfall), ist die Krankenkasse Ihre erste Anlaufstelle:

  • Häusliche Krankenpflege: Der Hausarzt kann Fachpflege für zu Hause verordnen (z. B. Verbandswechsel oder Medikamentengabe)
  • Haushaltshilfe: Wenn Sie Ihren Haushalt nicht allein führen können und niemand im Haus hilft, übernimmt die Kasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine Hilfe
  • Übergangspflege im Krankenhaus: Falls die Versorgung zu Hause noch nicht steht, kann das Krankenhaus Sie bis zu 10 Tage länger versorgen

Der wichtigste Schritt: Der Antrag zum Pflegebescheid

Pflegegeld wird nicht rückwirkend für die Vergangenheit gezahlt, sondern frühestens ab dem Monat der Antragstellung

  • Tipp: Rufen Sie heute noch bei der Pflegekasse an und stellen Sie den Antrag formlos. Das Datum des Telefonats zählt!
  • Frist: Die Pflegekasse hat in der Regel 25 Arbeitstage Zeit für die Entscheidung

Ihre Checkliste für die Zwischenzeit

  • Medizinische Hilfe sichern: Sprechen Sie mit dem Hausarzt oder dem Sozialdienst in der Klinik über häusliche Krankenpflege oder Haushaltshilfe
  • Pflegegrad beantragen: Sofort erledigen (formloser Anruf genügt)
  • Beratung nutzen: Die Pflegestützpunkte bieten kostenlose, neutrale Hilfe und kennen regionale Angebote zur Überbrückung
  • Angebote einholen: Kontaktieren Sie ambulante Pflegedienste für ein Beratungsgespräch